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NATURBEZOGENE
GEDANKEN
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Natur-Garten
und Schnee
1. Dezember 2008
Der winterliche Schneefall, der unserer Landschaft und Natur im Idealfall
einen mehrere Zentimeter dicken "Wattepelz" beschert, erfüllt - ökologisch betrachtet -
sehr wichtige Funktionen für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes.
In erster Linie wird durch den dicken Schneepolster die Vegetationsdecke und der Boden mit allen
darin ruhenden Lebewesen vor den zu erwartenden Minusgraden geschützt. Das Abwandern mancher
Insekten, Würmer und Mikroorganismen in tiefere Erdschichten ist die eine Überlebensstrategie. Wenn die
weiße Schutzhülle darüber gelegt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens - abhängig von
der Zahl der aktuell immer häufiger werdenden hochwinterlichen Tauphasen. Wildpflanzen als weitestgehend Immobile
haben eigene Strategien entwickelt: Der Vegetationspunkt - die Stelle, wo junge Triebe und Blätter im
Frühling erscheinen - liegt unter der Erde (Zwiebel, Knolle, Rhizom), in der Laubschicht (viele Wildstauden) oder
hoch oben in hölzernen Strukturen (Bäume, Sträucher).
Schnee und besonders Eis schützen Vegetationsknospen von Bäumen und Sträuchern vor dem Abfrieren bei
extremen Minusgraden. Wie eine Schutzhülle kann der auf den Pflanzen gefrierende Eisregen wirken, um
eventuell nachfolgende Extremfrostperioden schadlos zu überstehen. Man bedenke die Vervielfachung
von Minusgraden bei gleichzeitigen Kaltwinden. Auch Boden und Bodenlebewesen sind unter einem
Eisfilm besser geschützt als in schneefreier Winterzeit.
Schnee und Eis können aber auch als Wasserspeicher betrachtet werden. Erreichen uns näher zum Frühling
die Tauphasen, kann das in Form von Eis und Schnee gespeicherte Wasser den auftauenden Boden sofort
versorgen. Der Zeitpunkt ist "ideal", da die Feinwurzeln von Bäumen, Sträuchern und Stauden erst ab
Plusgraden imstande sind Wasser aufzunehmen. Bei Frost und gleichzeitiger winterlicher Tageserwärmung
wurde die allzu bekannte Frosttrocknis so mancher Pflanze schon durch Verdursten zum Verhängnis.
Letzte Wintergefahr für Pflanzen und Tiere sind plötzlich auftretende Spätfröste oder Wintereinbrüche.
Auch hier hat die Natur vorgesorgt: Durch eine Zeitverzögerung beim Austreiben bzw. Ausfliegen wird
so manche Pflanze oder manches Tier vor dem Erfrieren bewahrt. Der im Frühling noch auftretende letzte Eisregen
bei Minusgraden läßt die bereits angetriebenen Marillenblüten durch die Schutzwirkung der dicken
Eisschicht überleben und die Marillenernte ist gesichert.
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Natur-Garten
und Bienen
Zum "Jahr der Biene 2008"
2. November 2007
Bienen sind
essentiell in der Natur, denn sie bestäuben unermüdlich
80-90% aller Pflanzen. Damit sind hauptsächlich Bienen für
die Entstehung von Früchten verantwortlich. Nicht nur bei
Obstbäumen, vielmehr auch bei Wildpflanzen, denn diese tauschen
Ihre Erbinformation auf diesem Wege untereinander aus. Damit bleiben
die dominanten Erbinformationen stärker im Genpool der neuen
Generation erhalten.
Durch Austausch der Erbinformation wird auch Biodiversität
gestärkt. Biodiversität bezeichnet die Vielfalt an Arten und
die Vielfalt an Ökosystemen. Biodiversität wird vielfach als
Grundvoraussetzung für die Stabilität eines Ökosystems
betrachtet. Artenreiche Lebensgemeinschaften scheinen stabiler gegen
äußere Störeinflüsse zu sein als artenarme. Somit
trägt auch die Biene zur Stärkung der Biodiversität und
damit zur Erhaltung von Ökosystemen bei.
Wußten
Sie, daß ...
> die meisten Pflanzen Bienen und andere Insekten zum Bestäuben
benötigen? Nur wenige werden von Wind und durch
Selbstbestäubung bestäubt.
> eine Arbeiterin bis zu 2,3 Millionen Pollenkörner von einem
Flug zurückbringt?
> das Gewicht der gesammelten Pollenkörner bis zu einen Drittel
des eigenen Körpergewichtes ausmachen kann?
> Bienen in einer einzigen Magenfüllung den Nektar von mehr als
1.000 Blüten transportieren können?
> Bienen bis zu 30 km/h schnell unterwegs sein können?
> Bienen für 1 kg Honig rund 150.000 km zurücklegen und
ca. 20 Millionen Blüten besuchen?
> Bienen ca. 60 kg Honig pro Jahr für den Eigenverbrauch
benötigen? Erst der Überschuss von 10-30 kg pro Jahr kann vom
Imker "geerntet" werden.
> die Arbeiterinnen im Bienenvolk nur ca. 6-8 Wochen leben,
während Bienenköniginnen bis zu 6 Jahre alt werden
können?
> auf unserem Planeten etwa 30.000 Wildbienenarten leben, davon ca.
700 in Österreich?
> die meisten Wildbienen im Gegensatz zur Honigbiene solitär,
also einzeln, leben?
> wir im eigenen Garten zum Überleben der Wildbienen beitragen
können? Eine sonnige Ecke mit verschiedenen Wildpflanzen
genügt bereits, um Wildbienen Nahrung und Lebensraum zu geben.
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Natur-Garten
und Klimawandel
1. Mai 2007
Klimawandel ist
in aller Munde. Tatsächlich können Naturwissenschafter
verschiedener Teilbereiche die Veränderung unseres Klimas seit
geraumer Zeit jeweils unabhängig voneinander beobachten:
Meteorologen
bestätigen eine Abnahme der Bewölkung im Winter und damit
eine Zunahme der Sonnentage in der kalten Jahreszeit.
Ökologen
entdecken in der Bergwelt das Abwandern von Pflanzenarten tieferer
Regionen in höhere Lagen - den gewohnten Standortsparameteren
nachwandernd - wie wir es umgekehrt von Untersuchungen zu den Eiszeiten
her kennen.
Vogelkundler
wissen von immer früher nistenden Vögeln zu berichten, und
auch, daß sich einige Vögel nicht mehr an die ihnen an die
Fersen geheftete Beschreibung "Zugvogel" halten wollen.
Botaniker
entdecken Pflanzenarten, die aus der südlichen Florenregion, dem
Mediterraneum, nach Mitteleuropa einwandern.
Als Naturgarten-Planer fallen mir heimische Wildpflanzen auf, die
über Jahrhunderte als einjährige Pflanzen galten und sich nun
aufgrund der fehlenden Starkfrostperioden zu mehrjährigen Pflanzen
entwickeln können.
Der kühle Sommer 2005, der nicht enden wollende Winter 2005/06,
der warme Herbst 2006 mit anschließendem fast fehlendem Winter
2006/07 und der an einen Sommer erinnernde Frühling 2007 sind sehr
deutliche Anzeichen für klimatische Veränderungen - so wie
auch Kyrill.
Blicken wir jedoch einige Jahrhunderte zurück, so dominierten
Wälder unsere Landschaft. Wälder, die sich aus heimischen
Bäumen zusammensetzten, welche Feinstoffe aus der Luft filterten
und Sauerstoff
im Überschuß produzierten.
Die auch ohne übertrieben vorgeschriebene Baumpflege wuchsen,
unser Klima weitestgehend konstant hielten und ein
lebensförderndes Mikroklima erzeugten.
Aber in Zeiten der Straßenbegradigungen, Flußverbauungen
und Fichten-in Reih-und Glied-Forsten sind kleinräumige
Waldinseln, Waldraine, Gebüschinseln und Obstbäume
leider immer mehr im Weg.
Pflanzen wir also heimische Laubbäume, Wildhecken sowie
Obstbäume, im Natur-Garten, aber auch in Parks, an
Straßenrändern und auf deren Böschungen, in
Kreisverkehren, in Kindergärten und Schulen, entlang unserer
Bäche und Flüsse sowie in der freien Landschaft.
Zum Bremsen starker Winde, zur Verhinderung von Überschwemmungen
und Bodenerosionen nach Starkregenfällen, als Lebensraum für
Vögel, Insekten und Säugetiere, zur Erzeugung von Schatten
und Abkühlung und damit eines Mikroklimas, was letztlich dem
Menschen nachhaltig zugute kommen wird.
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Das
Maier-Protokoll
8. Dezember 2006
Der Skiweltcup
ist der Welt um einige Jahrzehnte voraus. Wer schon den
Wissenschaftlern und ihren Warnungen widerspricht, wird wohl das Weh
der Wintersportler wirken lassen. Ist es nicht tragisch, wie Hermann
Maier in Beaver Creek vor der Piste steht, auf die er vor lauter
Schneestürmen nicht rauf darf, während in Kitzbühel der
Schnee nicht und nicht kommt und die Autobahnen vom Berg herunter
aussehen wie aufgekratzte Verletzungen? Val d'Isère hat das
Kriterium des ersten Schnees abgesagt. Die chemische Kunst reicht nicht
mehr für ausreichend Kunstschnee.
Wer jetzt noch nicht kneißt, dass es fünf vor Zwölf vor
dem Ende der Branche und der Steuerprivilegien des Skirennlaufs ist,
wird es nie begreifen.
Vor kurzem hat Tirols Landtag den Pitztalern den Ausbau des
Gletschergebietes gestattet, jetzt glühen Lastwagen dort oben im
Naturschutzgebiet herum. Aber vielleicht kommen die Pitztaler schon zu
spät und Gott, das Ozonloch oder das CO2 haben
längst beschlossen, die Winterherrlichkeit zu beenden.
Österreich verliert sein Spielbein, demnächst wird das
Publikum auf den Fußball und das Kabarett angewiesen sein, wenn
es Zerstreuung von der Regierung sucht.
Was geschieht mit dem Winter, abgesehen davon, dass er Sommer wird?
Löst die schwitzige Eintönigkeit den Zweitakt von Frieren und
Sonnenbaden ab? Wenn wir schon genmanipuliertes Getreide essen und
chinesische Leiberln tragen, das Christkind an den Weihnachtsmann
verlieren und auf das Kioto-Protokoll pfeifen, sollten wir wenigstens
auf Maier aufpassen, das Licht in den dunkelsten Stunden des Jahres.
Wie wäre es mit einem autofreien Tag für die Rettung des
Skizirkus?
aus: Der Standard (Skoceks
Zeitlupe) vom 1. Dezember 2006
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Arterhaltung
und Winterschutz
16. August 2006
Kaum neigt sich der Sommer dem Ende zu, bereiten sich Wildpflanzen
bereits auf die herannahende Winter-Ruhephase vor.
Zur Sicherung der Arterhaltung werden bei Ein- und Zweijährigen
sehr hohe Samenzahlen produziert, damit nach einem natürlichen
Selektionsprozess einige wenige im kommenden Jahr überleben werden
können.
Mehrjährige Pflanzen wie Stauden, Sträucher und Bäume
bilden im Spätsommer die Knospen für das nächste Jahr,
bereiten den Laubfall als Frostschutz vor oder beginnen mit dem
Einziehen oberirdischer Sprossteile (verbunden mit dem Rückziehen
des Pflanzensaftes in die unterirdischen oder verholzten
Überdauerungsorgane).
Sichtbar für den Menschen werden diese pflanzlichen
"Vorbereitungsarbeiten" durch die Herbstfärbung des Laubes, den
anschließenden Laubfall und die reifenden Beeren, Nüsse und
Samen.
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Wilde
Erdbeeren
5. April 2006
Ein bisschen konfus agieren wir Konsumenten beim Konsumorientiertsein
ja immer, da man dabei so bequem das Hirn ausschalten kann. Aber
manchmal scheint es, wir lassen uns sogar für eine Spur depperter
verkaufen, als wir sind: Beim Betreten des Supermarkts wissen wir
noch, dass jener, der draußen geduldig auf uns wartet, im
Volksmund "Spätwinter" genannt wird. Dann stehen wir in der
austrotropisch präparierten Obstabteilung am Fuße von
Kettengebirgen rot gefüllter Körbe und glauben, das sei
zumindest ein Pfingstwunder, wenn nicht sogar eine erste
Sommerbotschaft. Ja, wir könnten schwören, dass die Dinger,
die da spaßeshalber als Erdbeeren bezeichnet werden, auch im
wirklichen Leben welche (gewesen) sind. Aufgewachsen in der
Februargluthitze Hollands und Belgiens, in spanischen Dörfern, in
Kalifornien - wahrscheinlich Strawberry Valley. Weiß an der
Spitze (auf der weiten Reise sichtlich gealtert), aber zäh wie
Kautschuk und hart wie Zedernholz, gestählt durch den Wandel der
Zeit- und Klimazonen.
Und was machen wir angesichts ihrer? -
Tatsächlich, wir kaufen sie. Schlimmer noch: Wir essen sie. Und
das Allerschlimmste: Wir bilden uns ein, so schmecken Erdbeeren.
aus: Der Standard (dag) vom 5. März 2005
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